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Kleinigkeiten wertsch├Ątzen

Es gibt Tage, da könnte man die ganze Welt umarmen und dann wieder Tage, wo man sich am liebsten nur verkriechen würde. Barbara Stöckl gibt in ihrem neuen Buch Anregungen dazu, wie wir unseren Blick auf das Wesentliche schärfen können. 

Was zählt im Leben?

Der Buchtitel klingt ein wenig, als würde ich das wissen. Das ist natürlich nicht so, das muss schon jeder Mensch selbst für sich herausfinden! Aber ich habe eine Idee davon. All das, was mir Menschen erzählen und auch was ich erlebt habe, macht klar, dass es nicht immer die „wichtigen“, die „großen“ Dinge im Leben sind, sondern vielmehr Kleinigkeiten, an denen unser Wohlbefinden hängt. Diese nehmen wir dann schnell für selbstverständlich oder gar nicht wichtig. Ich möchte den Menschen Mut machen, diese Dinge zu erkennen und wertzuschätzen, als eine Art seelische Stütze.

Hat unsere Konsum- und Leistungsgesellschaft verlernt, sich aufs Wesentliche zu besinnen?

Das Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“ stimmt nur sehr bedingt. Es hängt von sehr vielen Faktoren ab, ob man Chancen und Möglichkeiten hat. Aber in gewissem Rahmen kann man schon selbst etwas dafür tun. Nach schwierigen Lebenssituationen werden Prioritäten neu gesetzt und man kann erkennen, was wichtig ist, auch was man zuvor übersehen hat: Zeit mit lieben Menschen, Aufgaben, die erfüllen und Freude machen, Stunden in der Natur, ein gutes Buch, Musik, ein Mensch, der dir zuhört oder deine Hand hält, wenn es dir schlecht geht. Das macht oft den entscheidenden Unterschied. Das ist nicht „klein“, das ist gar nicht „unwesentlich“, solche Momente können über unser Leben entscheiden!

Was hat Sie dazu veranlasst, diese Ermutigungen für jeden Tag in Buchform zu veröffentlichen?

Ich spüre bei vielen Menschen eine große Sehnsucht nach einem guten, schönen Leben. Nicht nur die schrecklichen Nachrichten, die uns tagtäglich begegnen – Krieg und Terror, Gewalt, Krisen, Angst – all das ist nicht das Leben. Das plagt uns, beschäftigt uns, braucht unsere Kraft auf, beeinflusst unser Bewusstsein. Dafür muss man sich stärken. Das Leben ist auch all das Gute, das immer da ist. Menschen, die gepflegt werden, die gerettet werden. Kinder, die gesund sind, Aufgaben, die gelingen, Beziehungen, die uns stärken. Das alles ist auch da, wenn man bereit ist hinzuschauen. Dass aus diesen Texten ein Buch geworden ist, ist ein schönes Gefühl, man hat etwas in der Hand, kann es irgendwo mittendrin aufschlagen und es wird einem ein Satz, ein Gedanke begegnen, der vielleicht gerade wichtig ist. Es sind Impulse. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Quelle: www.momat.at